Alice Miller, Kindesmisshandlung, Kindesmissbrauch

Ein neues Buch von Alice Miller, Jenseits der Tabus, 2009, exclusiv im Internet

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Gemeinplätze
Sunday 22 October 2006

liebe alice miller,

was das thema regression betrifft,habe ich in meiner letzten therapie in einer pschosomatischen rehaklinik von meiner therapeutin auch den vorwurf zu hören bekommen ich würde in regression verfallen.ich habe aber wirklich jedes thema aufgegriffen.ich wollte zum schluss lieb sein und ihr gefallen.vielleicht aus einsamkeit
ich habe von ihr dann so aussagen gehört,dass das leben so ist wie es ist.schauen sie raus und sehen sie den baum da draussen.das ist das leben.
ich kam mir nach dieser aussage wie ein idiot vor.ich soll also keinerlei regression zulassen,weil sie damit nicht klarkommt und dann wiederum hat sie aber gefühle zugelassen und mich durch "bildern" so wie sie es nannte,an erinnerungen aus der kindheit heranführen wollen.
ich konnte aber nicht einfach erwachsensein und auf der anderen seite erinnerungen der kindheit aus sicht eines jetzt defacto erwachsenem mannes betrachten,wenn ich in der angst und hilflosigkeit des kleinen kindes zurückgelassen werde.diese innere spreizung gelang mir nie.
was ich in der kliniktun konnte ist rausgehen und bewegen und mich mit anderen patienten austauschen.
die bewegung hat mir geholfen mich als lebendiges wesen zu betrachten und weiterhin an meinen gefühlen,die dann hochkamen zu arbeiten.auch wenn es mich manchmal innerlich zerrissen hat.
leider habe ich festgestellt nach den 2 jahren,die es mich gekostet hat über diese letzte therapie hinwegzukommen,dsss die angst des kleinen kindes ist in mir noch präsent ist .auch die moral der elternverehrung.leider.da bräuchte ich noch hilfe.ich muss da noch suchen vor ort,wenn ich kraft habe.
danke für diese möglichkeit des ausdruck. gruss, k. b.

AM: Es ist wirklich ein Skandal, dass Krankenkassen so viel Geld für Feigheit und Ignoranz bezahlen. So werden viele Patienten betrogen, weil sie meinen, dass sie Hilfe durch diese Gemeinplätze bekommen. Als Kinder wurden sie damit gefüttert und dort sind sie stecken geblieben. Aber Sie wissen es doch besser, warum lassen Sie sich dennoch das alles gefallen? Als Kind hatten Sie keine Wahl, als an die Gemeinplätze zu glauben, oder zumindest so zu tun, um Ihre Mutter nicht zu verärgern. Das konnte lebensgefährlich sein. Aber wer hindert Sie heute daran, zu merken, dass Sie von Ihren Gefühlen mehr verstehen als Ihre sogenannte Therapeutin, und es ihr zu sagen? Schützen Sie auf diese Art immer noch Ihre Mutter? Ich wünsche Ihnen den Mut, dies nicht länger tun zu müssen. Aber ich kann mir vorstellen, dass dies sehr schwer ist, wenn man im Zustand der permanenten Bedrohung aufgewachsen ist. Mit dem heutigen Wissen darüber werden Sie mit der Zeit sicher den nötigen Mut finden. Heute hat Ihre Mutter nur die Macht über Sie, die SIE IHR GEBEN. Es liegt an Ihnen, ihr die Macht zu entziehen. VOLLSTÄNDIG. Ohne Mitleid und ohne Skrupel.

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