Alice Miller, Kindesmisshandlung, Kindesmissbrauch

Ein neues Buch von Alice Miller, Jenseits der Tabus, 2009, exclusiv im Internet

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Nachprüfbare Fakten
Saturday 25 March 2006

Liebe Alice Miller!
Ich bin sehr froh, daß es Sie gibt! Denn Sie sprechen die Wahrheit aus, was sich sonst kaum welche trauen! Das macht mich froh und rührt mich zutiefst an! Ich selbst leide mit fast 29 Jahren auch immer noch sehr unter meiner Kindheit, habe sie aber weitesgehend amnesiert. Dennoch komme ich immer näher heran, der Nebel lichtet sich, je mehr ich den Kontakt zu meiner Familie löse. Dennoch habe ich Schuldgefühle wegen meinem Kontaktabbruch, und die Sehnsucht nach ihrer Liebe bleibt. Was tue ich da?
Therapien haben nicht geholfen, da die Therapeuten/innen allesamt nicht wirklich auf der Seite des verletzten Kindes waren. Jetzt weiß ich nicht, was tun, ob ich vielleicht sogar so weit sein könnte, mir selbst zu helfen.
Ich würde gern mit Kindern arbeiten, das war schon immer mein Wunsch. Beruflich habe ich bisher nichts geschafft, wegen meiner Sozialunfähigkeit und Depressionen, Panikattacken. Wie auch Sie es sehen, will ich auch keine Tabletten, sondern an die Wahrheit kommen, um echt zu werden. Leider habe ich aber parallel zu dem Wunsch, mit Kindern zu arbeiten, diesen gegenüber auch die von Ihnen beschriebenen Gefühle des Dranges, an ihnen die Macht auszuüben, die Qualen sie erleiden zu lassen, wie es einst mit mir geschah, was ich aber nicht tun will. Aber diese Gefühle alleine schon halten mich deshalb erst noch von ihnen fern. Was soll ich tun? Dem Wunsch, mit ihnen zu arbeiten dennoch folgen und diese Gefühle dabei aushalten und für mich ansehen, oder mich lieber von ihnen, den Kindern fernhalten?
Eine Frage noch: Wenn Menschen nur Grausamkeiten an anderen verüben, weil sie selbst durch Menschen Grausamkeiten erlebten, wo hat es denn dann begonnen? Solange ich diese Frage nicht beantworten kann, kann ich diese These nicht so stehen lassen für mich.
Alles Liebe und großen Dank für Ihre Arbeit!
Ihre traurige Seele

AM: Sie brauchen diese Frage nicht stehen zu lassen. Sie haben die Wahl: Zuerst können sie alle spekulativen Fragen der Welt beantwortet haben wollen (aber warum von mir? ich beschäftige mich ja nicht mit Spekulationen, sondern mit nachprüfbaren Fakten) und dann die Gründe für ihre negativen Gefühle den Kindern gegenüber begreifen wollen, oder umgekehrt: Ihre Gefühle ernst nehmen und schauen, woher sie wohl kommen können. Das letzte mag sinnvoller sein, falls Sie SICH verstehen wollen, bevor Sie die ganze Welt verstanden haben. Mein letzter Artikel über die Folgen der Misshandlungen und deren Therapie mag Ihnen helfen, wenn Sie den zweiten Weg wählen.

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