Alice Miller, Kindesmisshandlung, Kindesmissbrauch

Ein neues Buch von Alice Miller, Jenseits der Tabus, 2009, exclusiv im Internet

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die Logik
Tuesday 16 September 2008

Sehr geehrte Alice Miller,der Leserbrief vom 15. September mit dem Titel "Verzeihen" hat mich sehr berührt, das, was der Leser beschreibt, erinnert auch mich an Erlebnisse aus meiner Kindheit. Nämlich der Auftrag, der Person, die einem offensichtlich Verletzungen zufügt, zu verzeihen, zu vergessen, zu verleugnen, ja sogar hinzugehen und sich selbst zu entschuldigen für Dinge, die man gar nicht getan hat. Bei mir war es hauptsächlich mein Vater, der das von mir gegenüber meiner Mutter erwartete, wenn sie ungerecht war, Wutanfälle bekam, ungerechte Vorwürfe machte, beleidigte, Sozialkontakte grundlos verbot, schlug, mißbrauchte, usw.. auch bei meinem Vater war die Begründung, wenn es denn eine gab nach vorherigen Nachfragen meinerseits, sie würde dann noch schlimmer reagieren, wenn ich nicht schlucken würde (genauso schluckte ja auch er selbst ihr gegenüber).Und genau das ist wohl die Ursache für das Konzept des Verzeihens Tätern/Innen gegenüber: diese Angst vor noch schlimmeren Reaktionen, dann doch lieber schluckenm schweigen, verzeihen, vergessen. Das ist doch wie Sie so oft schreiben, genau die Angst des noch ganz kleinen Kindes, das hilflos abhängig ausgeliefert ist und überleben will und deshalb tun muß, was die für es verantwortliche Bezugsperson von ihm erwartet, schweigen, hinnehmen..um zu überleben, da für solch ein zerbrechliches Kind ja diese Bezugsperson überlebenswichtig ist. Schlimm, wirklich schlimm, daß diese Angst und das daraus folgende Verhalten der Leugnung noch bis ins Erwachsenenalter anhält und sogar dazu veranlaßt, die eigenen Kinder ebenfalls zum Schweigen zu bringen. Ein Teufelskreis, traurig.Mir ist jedenfalls gerade nochmal so richtig die Wut hochgekommen, als ich mich daran erinnerte, wie sehr doch mein erwachsener (eigtl doch im Leben stehender, zB berufl erfolgreich ect) Vater in meiner Mutter (seiner Frau) offensichtlich noch immer seine eigene Mutter, sah und seine Angst vor dieser noch aufrechterhielt und somit auch als normal erachtete, und von mir erwartete, auch dieser Angst zu folgen, also hinzunehmen, was eigentlich nicht hinnehmbar ist..Ihre K.S.

AM: Ja, Sie haben recht, diese Mentalität beherrscht total unsere Gesellschaft, daher ist es so schwer, deren Schädlichkeit zu durchschauen. Doch wenn wir dies schaffen, machen wir einen ganz wichtigen Schritt zur Befeiung, nicht zuletzt zur Befreiung von Krankheiten, Abhängigkeiten und Depressionen. Man muss es wagen, die ganz einfachen Fragen zu stellen und auf deren Logik zu bestehen. Das verringert die Angst, die wir als Kinder lernen mussten und die uns am logischen Denken hindert.

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