Alice Miller, Kindesmisshandlung, Kindesmissbrauch

Ein neues Buch von Alice Miller, Jenseits der Tabus, 2009, exclusiv im Internet

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Du sollst nicht merken!
Sunday 27 April 2008

Sehr geehrte Frau Miller,

in den letzten Wochen habe ich einige Ihrer Bücher gelesen, besonders intensiv "Du sollst nicht merken".

Da ich selbst Mißbrauch und Mißhandlungen bis zu mehreren Tötungsversuchen erlebt habe, bin ich Ihnen sehr dankbar für all das was Sie geschrieben haben.

Denn zum ersten Mal - seit 20 Jahren - fange ich an, mich selbst zu verstehen und nicht mehr immer nur auf das zu schauen was andere mir beibiegen wollen (auch Psychologen und Therapeuten). Es ist wirklich erschreckend, zu erfahren, zu erleben, dass immer noch - entgegen der von Patienten erzählten Realität - "altes" Denken in diesen Therapien nicht nur vorherrscht, sondern dass immer noch versucht wird, die Patienten zu beherrschen.

Aus meiner Sicht wäre es sinnvoll, dass Ihre Bücher zur Pflichtlektüre und zur Grundlage der psychologischen und psychotherapeutischen Ausbildung genutzt würden.

Ich hoffe sehr, dass es da Ansätze gibt und dass Sie und einige Kolleginnen/Kollegen weiterhin darum kämpfen dass sich das Denken und Handeln ändert.

Ich würde mich freuen, auf diese e-mail eine Reaktion von Ihnen zu erhalten.

Es grüßt Sie sehr herzlich, M. R.

AM: Ich danke Ihnen für Ihren klugen und einsichtigen Brief. Leider kenne ich keine Kollegen, die mit meinen Aufdeckungen wirklich bis zu Ende einverstanden wären. Es scheint überall noch die Angst vor der Strafe der Eltern zu herrschen, wenn sie sich nicht der Tradition des vierten Gebotes beugen. Vorschläge wie spirituelle Hilfe oder positives Denken, um das "alte Zeug" endlich "abstreifen" zu können, zeigen, dass die Befürworter solcher Techniken noch nicht verstanden haben, welche Reichtümer die Entdeckung der eigenen Kindheit und unserer abgewehrten Gefühle uns bescheren kann. Es ist eine Fundgrube, von der bereits mehrere Schreiber auf dieser Seite profitieren können. Wenn Sie englisch verstehen, lesen Sie nächste Woche den Bericht: „Born with heroin“.

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